Beinprothesen
Von der ersten Versorgung nach der Amputation bis zur modernen, aktiven Prothese: In unserer eigenen Meisterwerkstatt entsteht jede Beinprothese individuell – abgestimmt auf Ihren Alltag, Ihre Ziele und Ihr Tempo.
- Hüft-Ex-Prothesen – bei Amputationen im Hüftbereich
- Oberschenkelprothesen – Ersatz oberhalb des Knies mit modernen Kniegelenken
- Knie-Ex-Prothesen – inklusive Knie- und Unterschenkelersatz
- Unterschenkelprothesen
- Fußprothesen
Den nächsten Schritt gemeinsam gehen
Eine Amputation verändert vieles – und wirft viele Fragen auf. Diesen Weg müssen Sie nicht allein gehen: von der Zeit vor der Operation über die Stumpfpflege bis zur ersten Prothese begleiten wir Sie Schritt für Schritt, in Ihrem Tempo.
?Welche Amputationsarten gibt es?+
?Welche Fragen sollte ich vor der Amputation klären?+
?Was passiert nach der Operation?+
?Wie pflege ich meinen Stumpf und Liner?+
?Wie kann ich wieder laufen?+
?Wie ist die Prothese aufgebaut?+
Die Amputationshöhen
Hüfte & Becken
Hüftexartikulation – das Bein wird im Hüftgelenk entfernt.
Oberschenkel
Oberhalb des Knies; moderne Schäfte ermöglichen gute Mobilität.
Knie
Im Kniegelenk; meist voll belastbares Stumpfende.
Unterschenkel
Unterhalb des Knies; die Kniefunktion bleibt erhalten.
Fuß
(Teil-)Fußamputation; hohe Belastbarkeit des Stumpfes.
Darstellung der Amputationshöhen aus unserem Interimsjournal.
Unser Interimsjournal für die erste Zeit
Alle wichtigen Infos für die Zeit nach der Amputation – Stumpfpflege, erste Versorgung, Ihr Reha-Team und Platz für eigene Notizen. Damit Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.
Der Post-Op-Liner
Ein Post-Op-Liner nach einer Beinamputation ist eine Schutzhülle aus Silikon, die den Stumpf komprimiert, Schwellungen reduziert und die Haut vor Reibung schützt. Er dient zudem dazu, den Stumpf frühzeitig zu formen und auf das spätere Tragen einer Prothese vorzubereiten.
Unterstützt den Heilungsprozess
- Effektive Verringerung bzw. Behandlung von Ödemen
- Präoperative Stumpfformung
- Sanfte Gewebemassage
Erleichtert eine erfolgreiche Versorgung
- Reduzierung der Schwellungszeiträume
- Verbesserte Wundheilung
- Unterstützung der Prothesenstabilisation
Die Interimsprothese
Eine Interimsprothese bei Beinamputationen ist ein vorübergehendes Hilfsmittel, das direkt nach der Heilung den Stumpf formt, erste Gehübungen ermöglicht und als Basis für die spätere endgültige Prothese dient.
Vorteile
Stumpf-Formung
Sie hilft, den Stumpf durch Kompression zu formen und abzuschwellen, damit er für die endgültige Prothese stabil bleibt.
Frühe Mobilisation
Sie ermöglicht es, das Stehen und Gehen frühzeitig zu üben, um die Muskulatur zu stärken und das Gleichgewicht zu trainieren.
Herstellungsdauer
Der Schaft
Bei einer Beinamputation ist der Schaft das Verbindungsteil der Prothese, in das der verbliebene Stumpf hineingesteckt wird. Er sorgt für den sicheren Halt und überträgt die Kraft vom Körper auf das Prothesenteil.
- 1
Aufnahme des Stumpfvolumens
- 2
Haftvermittlung zwischen Amputiertem und Prothese
- 3
Übertragung von axial und horizontal gerichteten Kräften
Ablauf
- Vermessung & Abdruck: Zuerst wird der Stumpf präzise vermessen, oft durch einen Gipsabdruck oder einen 3D-Scan.
- Modellierung: Anhand dieser Daten wird ein maßgeschneidertes Modell erstellt, das die empfindlichen Stellen des Stumpfes entlastet und die belastbaren Bereiche unterstützt.
- Anprobe: In mehreren Schritten wird ein Probeschaft (oft aus durchsichtigem Kunststoff) angefertigt, damit der Orthopädietechniker genau sehen kann, wo der Schaft Kontakt hat und wo noch nachgebessert werden muss.
- Endfertigung: Erst wenn der Sitz perfekt ist, wird der finale, robuste Schaft hergestellt.
Der Liner
Ein Liner stellt die Verbindung zwischen Stumpf und Prothese dar. Er wird über den Stumpf gezogen bzw. gerollt, bevor der Schaft der Prothese angezogen wird. Der Liner kann auch mit Schaftverriegelungen oder Vakuumsystemen ausgestattet sein.
Ein guter Liner …
- ✓
verteilt die auf den Stumpf wirkenden Kräfte auf eine größere Fläche und polstert bei hoher Druckbelastung.
- ✓
reduziert das Verdrehen und Herausrutschen aus der Prothese – die Haut wird dabei entlastet.
- ✓
fördert mit einem gleichmäßigen Kompressionsdruck die Blutzirkulation im Stumpf.
Das Kniegelenk
Wenn das Bein oberhalb des Knies amputiert wurde, fehlt die natürliche Steuerung durch Muskeln und Sehnen. Das künstliche Kniegelenk muss zwei gegensätzliche Aufgaben erfüllen:
- 1
Stabilität (Standphase): Es muss blockieren oder bremsen, damit der Nutzer beim Auftreten nicht einknickt und stürzt.
- 2
Dynamik (Schwungphase): Es muss leicht durchschwingen, damit der Prothesenfuß beim Gehen nicht am Boden hängen bleibt.
Arten von Kniegelenken
Mechanische Kniegelenke
Funktionieren rein physikalisch durch Reibung, Federn oder Hydraulik.
Mikroprozessorgesteuerte Kniegelenke (MPK)
Diese Gelenke (wie z. B. das bekannte C-Leg) sind der aktuelle Standard für die meisten aktiven Nutzer.
Sportkniegelenke
Spezialgelenke für den Laufsport.
Funktionen im Überblick
Standsicherungs-Funktion
Verhindert das unkontrollierte Einknicken beim Stehen.
Schwungphasen-Steuerung
Regelt, wie schnell das Bein nach vorne schwingt.
Stolperschutz
Mikroprozessoren erkennen Stolperer und versteifen das Gelenk sofort.
Das Cover
Das Cover (oder die Prothesenverkleidung) ist die äußere Hülle der Prothese. Während das eigentliche Innere der Prothese das „Skelett" darstellt, ist das Cover für die Optik, den Schutz und die Form zuständig.
- Verhindert Kratzer, Stöße & Schmutz
- Längere Lebensdauer des Kniegelenks
- Natürliche Beinform
- Optional für mehr Selbstvertrauen im Alltag
- Individuelles Design & Farben möglich
Lernen Sie Ihre Prothese kennen – unverbindlich
Jede Versorgung beginnt mit einem persönlichen Gespräch. Testen Sie Komponenten in Ruhe aus und finden Sie mit uns die Lösung, die zu Ihrem Leben passt.
