Skip to main contentNotdienst: 05631 3061
Prothetik & Orthetik

Beinprothesen

Von der ersten Versorgung nach der Amputation bis zur modernen, aktiven Prothese: In unserer eigenen Meisterwerkstatt entsteht jede Beinprothese individuell – abgestimmt auf Ihren Alltag, Ihre Ziele und Ihr Tempo.

  • Hüft-Ex-Prothesen – bei Amputationen im Hüftbereich
  • Oberschenkelprothesen – Ersatz oberhalb des Knies mit modernen Kniegelenken
  • Knie-Ex-Prothesen – inklusive Knie- und Unterschenkelersatz
  • Unterschenkelprothesen
  • Fußprothesen
Zwei Kinder mit Beinprothesen spielen unbeschwert am See
Foto: Ottobock
Nach einer Amputation

Den nächsten Schritt gemeinsam gehen

Eine Amputation verändert vieles – und wirft viele Fragen auf. Diesen Weg müssen Sie nicht allein gehen: von der Zeit vor der Operation über die Stumpfpflege bis zur ersten Prothese begleiten wir Sie Schritt für Schritt, in Ihrem Tempo.

?Welche Amputationsarten gibt es?+
Je nach Höhe unterscheidet man die Amputation im Hüft- und Beckenbereich (Hüftexartikulation), die Oberschenkelamputation, die Knieexartikulation, die Unterschenkelamputation sowie die Fuß- und Zehenamputation. Grundsätzlich gilt: Je mehr erhalten bleibt, desto größer sind die Chancen auf hohe Mobilität – eine Übersicht sehen Sie in den Grafiken unten.
?Welche Fragen sollte ich vor der Amputation klären?+
Es hilft, vorab eine Liste mit Fragen zu erstellen, damit im Gespräch nichts vergessen wird. Zur Vorbereitung werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt (u. a. Blutbild und Herzfunktion). In Absprache mit dem Orthopädietechniker legt der Arzt nach der Operation auch den Zeitpunkt für die erste Prothesenversorgung fest. Zögern Sie nicht, so lange nachzufragen, bis alles geklärt ist.
?Was passiert nach der Operation?+
Zunächst stehen Wundheilung und Stumpfpflege im Vordergrund. Ein Post-Op-Liner schützt und formt den Stumpf. Mit einer Interimsprothese beginnen früh erste Gehübungen (Gangschule). Ein ganzes Reha-Team – Ärzte, Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapie sowie Orthopädietechnik – begleitet Sie. Das wichtigste Teammitglied sind dabei Sie selbst.
?Wie pflege ich meinen Stumpf und Liner?+
Tägliche, sorgfältige Pflege ist wichtig. Den Silikonliner täglich mit milder, pH-neutraler Seife von Hand reinigen, einmal wöchentlich bei 40 °C im Wäschebeutel ohne Weichspüler waschen und an der Luft trocknen – nicht direkt an der Heizung. Die richtige Stumpflagerung beugt Muskelverkürzungen vor; Pflegekräfte und Ihr Techniker schulen Sie dabei.
?Wie kann ich wieder laufen?+
Nach einer Amputation lernt man zunächst, mit der Prothese zu stehen und erste kontrollierte Schritte zu gehen. Ein frühzeitiges Gehtraining unter Anleitung von Therapeut:innen und Techniker:innen ist entscheidend, um gleich die richtigen Bewegungsabläufe zu erlernen. Mit etwas Übung wird das Gehen Schritt für Schritt sicherer und angenehmer – lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen.
?Wie ist die Prothese aufgebaut?+
Eine Beinprothese ist modular aufgebaut: Liner mit Anschluss-System, ein individuell gefertigter Schaft, je nach Versorgung ein Kniegelenk und ein Prothesenfuß sowie optional ein Cover für die Optik. Alle Komponenten werden auf Sie, Ihren Mobilitätsgrad und Ihre Körperstatik abgestimmt. Mehr dazu im Komponenten-Rundgang ↓

Die Amputationshöhen

Amputation im Hüft- und Beckenbereich

Hüfte & Becken

Hüftexartikulation – das Bein wird im Hüftgelenk entfernt.

Oberschenkelamputation

Oberschenkel

Oberhalb des Knies; moderne Schäfte ermöglichen gute Mobilität.

Knieexartikulation

Knie

Im Kniegelenk; meist voll belastbares Stumpfende.

Unterschenkelamputation

Unterschenkel

Unterhalb des Knies; die Kniefunktion bleibt erhalten.

Fußamputation

Fuß

(Teil-)Fußamputation; hohe Belastbarkeit des Stumpfes.

Darstellung der Amputationshöhen aus unserem Interimsjournal.

Unser Interimsjournal für die erste Zeit

Alle wichtigen Infos für die Zeit nach der Amputation – Stumpfpflege, erste Versorgung, Ihr Reha-Team und Platz für eigene Notizen. Damit Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.

Schritt 1 · direkt nach der OP

Der Post-Op-Liner

Post-Op-LinerFoto: Össur

Ein Post-Op-Liner nach einer Beinamputation ist eine Schutzhülle aus Silikon, die den Stumpf komprimiert, Schwellungen reduziert und die Haut vor Reibung schützt. Er dient zudem dazu, den Stumpf frühzeitig zu formen und auf das spätere Tragen einer Prothese vorzubereiten.

Unterstützt den Heilungsprozess

  • Effektive Verringerung bzw. Behandlung von Ödemen
  • Präoperative Stumpfformung
  • Sanfte Gewebemassage

Erleichtert eine erfolgreiche Versorgung

  • Reduzierung der Schwellungszeiträume
  • Verbesserte Wundheilung
  • Unterstützung der Prothesenstabilisation
Schritt 2 · erstes Gehen

Die Interimsprothese

Eine Interimsprothese bei Beinamputationen ist ein vorübergehendes Hilfsmittel, das direkt nach der Heilung den Stumpf formt, erste Gehübungen ermöglicht und als Basis für die spätere endgültige Prothese dient.

Vorteile

Stumpf-Formung

Sie hilft, den Stumpf durch Kompression zu formen und abzuschwellen, damit er für die endgültige Prothese stabil bleibt.

Frühe Mobilisation

Sie ermöglicht es, das Stehen und Gehen frühzeitig zu üben, um die Muskulatur zu stärken und das Gleichgewicht zu trainieren.

Herstellungsdauer

Unterschenkelprothese1–2 Tage
Oberschenkelprothese2–3 Tage
InterimsprotheseFoto: Friedhoff
Das Herzstück

Der Schaft

ProthesenschaftFoto: Friedhoff

Bei einer Beinamputation ist der Schaft das Verbindungsteil der Prothese, in das der verbliebene Stumpf hineingesteckt wird. Er sorgt für den sicheren Halt und überträgt die Kraft vom Körper auf das Prothesenteil.

  • 1

    Aufnahme des Stumpfvolumens

  • 2

    Haftvermittlung zwischen Amputiertem und Prothese

  • 3

    Übertragung von axial und horizontal gerichteten Kräften

Ablauf

  1. Vermessung & Abdruck: Zuerst wird der Stumpf präzise vermessen, oft durch einen Gipsabdruck oder einen 3D-Scan.
  2. Modellierung: Anhand dieser Daten wird ein maßgeschneidertes Modell erstellt, das die empfindlichen Stellen des Stumpfes entlastet und die belastbaren Bereiche unterstützt.
  3. Anprobe: In mehreren Schritten wird ein Probeschaft (oft aus durchsichtigem Kunststoff) angefertigt, damit der Orthopädietechniker genau sehen kann, wo der Schaft Kontakt hat und wo noch nachgebessert werden muss.
  4. Endfertigung: Erst wenn der Sitz perfekt ist, wird der finale, robuste Schaft hergestellt.
Komfort & Haftung

Der Liner

Ein Liner stellt die Verbindung zwischen Stumpf und Prothese dar. Er wird über den Stumpf gezogen bzw. gerollt, bevor der Schaft der Prothese angezogen wird. Der Liner kann auch mit Schaftverriegelungen oder Vakuumsystemen ausgestattet sein.

Ein guter Liner …

  • ✓

    verteilt die auf den Stumpf wirkenden Kräfte auf eine größere Fläche und polstert bei hoher Druckbelastung.

  • ✓

    reduziert das Verdrehen und Herausrutschen aus der Prothese – die Haut wird dabei entlastet.

  • ✓

    fördert mit einem gleichmäßigen Kompressionsdruck die Blutzirkulation im Stumpf.

Prothesen-LinerFoto: Össur
Für Oberschenkelprothesen

Das Kniegelenk

Prothesen-KniegelenkFoto: Ottobock

Wenn das Bein oberhalb des Knies amputiert wurde, fehlt die natürliche Steuerung durch Muskeln und Sehnen. Das künstliche Kniegelenk muss zwei gegensätzliche Aufgaben erfüllen:

  • 1

    Stabilität (Standphase): Es muss blockieren oder bremsen, damit der Nutzer beim Auftreten nicht einknickt und stürzt.

  • 2

    Dynamik (Schwungphase): Es muss leicht durchschwingen, damit der Prothesenfuß beim Gehen nicht am Boden hängen bleibt.

Arten von Kniegelenken

Mechanische Kniegelenke

Funktionieren rein physikalisch durch Reibung, Federn oder Hydraulik.

Mikroprozessorgesteuerte Kniegelenke (MPK)

Diese Gelenke (wie z. B. das bekannte C-Leg) sind der aktuelle Standard für die meisten aktiven Nutzer.

Sportkniegelenke

Spezialgelenke für den Laufsport.

Funktionen im Überblick

Standsicherungs-Funktion

Verhindert das unkontrollierte Einknicken beim Stehen.

Schwungphasen-Steuerung

Regelt, wie schnell das Bein nach vorne schwingt.

Stolperschutz

Mikroprozessoren erkennen Stolperer und versteifen das Gelenk sofort.

Schutz & Optik

Das Cover

Das Cover (oder die Prothesenverkleidung) ist die äußere Hülle der Prothese. Während das eigentliche Innere der Prothese das „Skelett" darstellt, ist das Cover für die Optik, den Schutz und die Form zuständig.

  • Verhindert Kratzer, Stöße & Schmutz
  • Längere Lebensdauer des Kniegelenks
  • Natürliche Beinform
  • Optional für mehr Selbstvertrauen im Alltag
  • Individuelles Design & Farben möglich
Prothesen-CoverFoto: UNYQ
Gemeinsam weiter

Lernen Sie Ihre Prothese kennen – unverbindlich

Jede Versorgung beginnt mit einem persönlichen Gespräch. Testen Sie Komponenten in Ruhe aus und finden Sie mit uns die Lösung, die zu Ihrem Leben passt.

Notdienst: 05631 3061Rezepte
hochladen