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Was ist eine Schuheinlage?

Als Fundament unseres Körpers tragen uns unsere Füße ein Leben lang. Deshalb sollte ihnen eine besondere Aufmerksamkeit zukommen, was viel zu selten der Fall ist. Häufig tragen wir zu kleine, enge oder große Schuhe. Als Folge können Deformierungen und Beschwerden entstehen, die in andere Bereiche unseres Körpers wie Knie, Hüfte oder Rücken ausstrahlen können und nachträglich behandelt werden müssen.

Bei Schuheinlagen handelt es sich um maßgefertigte, medizinische Hilfsmittel mit korrigierender und stützender Wirkung. Orthopädische Einlagen schonen das Fußbett, korrigieren Fehlhaltungen und erfüllen die Funktion eines Stoßdämpfers. Je nach Schwere einer Fußdeformität ist eine langfristige Behandlung nötig. Schuheinlagen werden stets individuell aus Leder, Kork oder thermoplastischen Kunststoffen angefertigt.

Standardeinlagen (Kassenmodell)

Aus Weichschaum hergestellte Standardeinlagen eignen sich durch ihre stützende und polsternde Funktion bei allgemeinen Fußproblemen. Sie können bei der Linderung von Gelenk- und Rückenschmerzen helfen, indem sie gut dämpfen und die Gelenke schonen. Deshalb erfreuen sie sich als Sporteinlagen auch im Sportbereich großer Beliebtheit.

Auf Basis von industriell vorgefertigten Rohlingen werden die Standardeinlagen individuell an den Fuß angepasst und können sich positiv auf Muskulatur, Gang und Körperhaltung auswirken. Mit einer gesetzlichen Zuzahlung von 10 % des Rezeptwerts, maximal aber 10 €, stellt das "Kassenmodell" eine preiswerte Möglichkeit zur Entlastung der Füße dar.

 

Weichpolster­bettungs­einlagen

Weichpolsterbettungseinlagen sorgen dafür, dass der gesamte Fuß von der Ferse bis zu den Zehen in die anatomisch korrekte Stellung gebettet wird. Durch eine gleichmäßige Verteilung des Drucks besitzen sie eine stützende, entlastende und gelenkschonende Wirkung. Bei Kindern und Jugendlichen können Fehlentwicklungen vermieden werden.

Das weichbettende Trägermaterial wird aus unterschiedlich harten Weichschäumen hergestellt und mit Textilien oder Leder bezogen. Weichpolsterbettungseinlagen werden stets individuell an die Form des Fußes angepasst.

Stützende Einlagen

Bei leichten bis ausgeprägten Fehlstellungen des Fußes werden häufig stützende Einlagen eingesetzt. Sie sorgen für eine gleichmäßige Verteilung des Drucks und ein besseres Abrollverhalten. Sie wirken stabilisierend, stützend und entlastend, indem sie Überlastungen ausgleichen und die Fußgewölbe erhalten.

Durch die Verarbeitung von Carbon können stützende Einlagen sehr dünn angepasst werden. Damit ist das komfortable Tragen auch in modischen Schuhen möglich.

Sensomotorische Einlagen

Sensomotorische Einlagen sind mit speziellen Druckpolstern versehen, welche die Biomechanik des Körpers durch gezielt eingesetzte sensorische Impulse unterstützen. Auch als aktive Einlagen bekannt, regen sie aktiv die Muskeln und Sehnen im Fuß an und sorgen so für Entlastung und harmonische Bewegungsabläufe. Das Fußgewölbe wird aktiv aufgerichtet, Muskelketten können ausbalanciert werden.

Die in die Sohle eingelassenen Druckpolster, auch Pelotten genannt, stimulieren gezielt die für die körpereigene Tiefenwahrnehmung zuständigen Sinneszellen. Diese werden auch von Spannungsveränderungen an den Sehnen der Fußmuskulatur ausgelöst. Das Gehirn verarbeitet die dadurch veränderte Tiefenwahrnehmung und sendet einen Impuls, der zu einer Reaktion der Fußmuskulatur führt. Durch die gezielte Veränderung der Muskelspannung über das körpereigene Informationssystem sollen Träger so die "richtige" Bewegung ausführen können.

Sensomotorische Einlagen kommen zum Einsatz, wenn die Fußmuskulatur aufgrund von neurologischen Erkrankungen oder Fehlstellungen nicht mehr korrekt arbeiten oder falsch angesteuert werden.

Die stetige Wiederholung von Muskelaktivitäten und Bewegungsabläufen führt zu einem Lernprozess. Ziel ist die Automatisierung dieser Abläufe ohne Hilfe.  

Die aktiven Einlagen werden stets individuell angefertigt. Dazu erfolgt eine Analyse von Haltung und Bewegung, anschließend eine Beurteilung von ungünstigen Gelenkstellungen oder einem muskulären Ungleichgewicht.

Mit einer CAD-Software werden die Einlagen schließlich genau auf den Fuß angepasst.

Knick-Senk-Spreizfuß-Einlagen

Knick-Senk-Spreizfuß-Einlagen sind spezielle orthopädische Einlagen, die das Längsgewölbe des Fußes unterstützen und durch ihre polsternde Funktion Beschwerden lindern. Als aktive Einlagen stimulieren sie mit klar definierten Be- und Entlastungsflächen die Muskulatur in Füßen und Beinen. Sie regen nicht nur die Muskulatur an, sondern beugen auch Arthrose in Fuß- und Kniegelenken vor.

Einlagen für den Knick-Senk-Spreizfuß werden nach einer ärztlichen Verordnung individuell an den Fuß angepasst. Sie entlasten den Fuß und erleichtern das Gehen.

Einlagen bei Fersenschmerz

Schmerzen an den Fersen können durch zu starke Belastung, eine falsche Fußstellung oder als Folge einer Verletzung entstehen. Flexible Einlagen aus Weichschaum wirken dem Fersenschmerz entgegen, indem sie über eine Aussparung im Fersenbereich den Druck nehmen und den Fuß entlasten. Zugleich korrigieren sie Fehlstellungen, wie ein abgesenktes Fußgewölbe.

Bei einer dauerhaften Überlastung der Fersen, die den Großteil unseres Körpergewichts tragen, können Schmerzen bis in die Gelenke in Füßen, Knien und Hüften oder in die Lenden- und Nackenwirbelsäule ausstrahlen.

 

Einlagen nach Maß / Sonderbau

Einlagen nach Maß werden individuell angefertigt und sorgen durch ihre stützende und polsternde Funktion für einen beschwerdefreien Gang. Bei diversen Ursachen wie schmerzenden Füßen, ungleichem Gang oder müden Beinen wirken sie sich positiv auf die Muskulatur in Füßen und Beinen, Gangbild und Körperhaltung aus und können Folgeerkrankungen vermeiden.

Die Einlagen werden als Abbild des Fußes exakt nach Maß und passgenau auf den jeweiligen Bedarf hin erstellt. Die Kombination aus verschiedenen Materialien entlastet den gesamten Bewegungsapparat.

Einlagen für Arbeits­sicherheits­schuhe

Für Einlagen in Arbeitssicherheitsschuhen gelten spezielle Anforderungen. Träger müssen nachweisen, dass eine medizinische Indikation besteht. Zudem sind nur Arbeitssicherheitsschuhe mit der Bezeichnung "DGUV 112-191" für Einlagen zertifiziert. 

Die im Vergleich zu regulärem Schuhwerk strikten Vorgaben ergeben sich aus der besonderen Funktion der Arbeitssicherheitsschuhe. Veränderungen wie der Austausch der Einlegesohlen können Stabilität und Schutzeigenschaften massiv beeinträchtigen, weshalb Sicherheitsschuh und Einlage nach der Umsetzung durch einen orthopädischen Schuhmacher baumustergeprüft werden müssen.

Sporteinlagen

Sportler nutzen eine spezielle Art von Einlagen. Je nach Aktivität werden individuell angefertigte Sporteinlagen verwendet, die mit ihrer weichen Polsterung an gezielten Stellen dämpfen. Gleichzeitig unterstützen sie die während des Trainings ermüdende Muskulatur und beugen Fehlstellungen vor.

Die individuelle Herstellung der Sporteinlagen erfolgt nach einer Analyse des typischen Bewegungsmusters für eine bestimmte Sportart. Das daraus entwickelte Fußbett schützt und unterstützt den Fuß in seiner natürlichen Funktionsweise. Zugleich sorgen Sporteinlagen für Entlastung der Knie- und Hüftgelenke sowie des Rückens.

CNC-gefräste Einlagen (Bodytronic)

Damit Einlagen falsch belastete Füße bestmöglich korrigieren, stützen und betten können, ist eine hundertprozentige Genauigkeit der Passform nötig. Um diese zu erreichen, erfolgt nach der Digitalisierung des Fußprofils und Korrekter am Computer die Herstellung der Einlage mit einer CNC-Fräse.

Bei CNC-gefrästen Einlagen lassen sich spezielle Be- und Entlastungszonen für die Füße besonders präzise platzieren. Durch verschiedene genutzte Materialien wirken die Einlagen stützend oder polsternd.

FAQ zu Schuheinlagen

Was kosten Schuheinlagen, wenn sie vom Arzt verordnet werden?

Die gesetzliche Zuzahlung für von Ihrem Arzt verordnete orthopädische Schuheinlagen beträgt 10 % des Gesamtpreises, höchstens aber 10 €. Diese Angabe bezieht sich auf genau die Einlage, die auf dem Rezept steht. Andere Materialien oder Sonderausstattungen müssen selbst bezahlt werden. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse für bis zu zwei Paar Einlagen pro Jahr. Werden Kindern öfter als zweimal jährlich Einlagen vom Arzt verordnet, übernimmt die Krankenkasse in der Regel auch dafür den Großteil der Kosten.

Privat versicherte Patienten sollten sich im Vorfeld darüber informieren, ob ihre Krankenversicherung die Einlagen komplett oder teilweise übernimmt. Wenn dies der Fall ist, zahlen Privatversicherte die Rechnung für die orthopädischen Einlagen zunächst selbst und reichen anschließend die Rechnung mit dem Rezept bei ihrer Krankenkasse ein.

Wie viele Einlagen stehen mir pro Jahr zu?

Für Erwachsene gilt, dass die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für bis zu zwei Paar Einlagen pro Jahr übernimmt – abzüglich des Eigenanteils von 10 % bzw. maximal 10 €.

Kinder bis 18 Jahre können aufgrund des Fußwachstums Einlagen auch häufiger erhalten.

Passen die Schuheinlagen in jeden Schuh?

Prinzipiell können Schuheinlagen in jedem Schuh mit herausnehmbarem Fußbett getragen werden. Schuhe mit festem Fußbett eignen sich ebenso wie offene oder sehr enge Schuhe nicht für Einlagen.

Wenn eine Einlage in anderen Schuhen genutzt werden soll, sollten diese von gleicher Bauart und Größe sein. Andernfalls könnten die Schuhe die Funktion stören. Bei einem Schuhwechsel sollte deshalb stets kontrolliert werden, ob die Einlage weiterhin passt.

Sollten Schuhe wegen der Einlagen eine Nummer größer gekauft werden?

Für das Tragen von Einlagen ist der Kauf von größeren Schuhen nicht empfehlenswert. Weil das Obermaterial nicht gut an den Füßen sitzt, müssen diese die Bewegungen anders ausführen, um die falsche Größe auszugleichen.

Stattdessen sollten Schuhe mit einem Wechselfußbett ausgestattet sein. Dieses kann in den meisten Fällen problemlos gegen eine individuell angepasste Schuheinlage ausgetauscht werden. Auch voluminöse Schuhe, die nicht zu eng sitzen und den Fuß so umschließen, dass er nicht rutscht, eignen sich für Einlagen.

Nur bei einer Fehlstellung wie einem Spreiz- oder Plattfuß ist es ratsam, die Schuhe bewusst eine Nummer größer zu kaufen.


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